Ferrit ist ein Metalloxid einer Eisenlegierung. Elektrisch betrachtet weisen Ferrite einen deutlich höheren spezifischen Widerstand als elementare Metalllegierungen auf und besitzen zudem dielektrische Eigenschaften. Die magnetische Energie pro Volumeneinheit von Ferrit ist gering. Bei hohen Frequenzen ist die magnetische Energie pro Volumeneinheit von Ferrit ebenfalls gering. Auch die spezifische magnetische Feldstärke (Bs) ist niedrig (nur 1/3 bis 1/5 der von reinem Eisen), was die Auswahlmöglichkeiten und den Anwendungsbereich einschränkt. Ferrit kann jedoch in verschiedenen Bereichen für normale Starkstromanwendungen eingesetzt werden.
Ferrit wird aus Eisenoxiden und anderen Bestandteilen gesintert. Im Allgemeinen kann er in drei Typen unterteilt werden: Permanentferrit, Weichferrit und gyromagnetisches Ferrit.
Ferritmagnete, auch Permanentmagnete genannt, sind die kleinen, schwarzen Magnete, die man üblicherweise sieht. Ihre Hauptrohstoffe sind Eisenoxid, Bariumcarbonat oder Strontiumcarbonat. Nach der Magnetisierung weisen sie eine sehr hohe Restmagnetfeldstärke auf, die lange erhalten bleibt. Sie werden häufig als Permanentmagnetmaterial verwendet, beispielsweise für Lautsprechermagnete.
Weichmagnetisches Ferrit wird aus Eisen(III)-oxid und einem oder mehreren anderen Metalloxiden (z. B. Nickeloxid, Zinkoxid, Manganoxid, Magnesiumoxid, Bariumoxid, Strontiumoxid usw.) hergestellt und gesintert. Es wird als weichmagnetisch bezeichnet, da nach dem Verschwinden des Magnetfelds nur ein geringes oder gar kein Restmagnetfeld verbleibt. Es wird üblicherweise als Drosselspule oder als Kern eines Mittelfrequenztransformators verwendet. Dies unterscheidet es grundlegend von Permanentmagnetferrit.
Gyromagnetisches Ferrit bezeichnet ein Ferritmaterial mit gyromagnetischen Eigenschaften. Der Gyromagnetismus magnetischer Materialien beschreibt das Phänomen, dass sich die Polarisationsebene einer linear polarisierten elektromagnetischen Welle im Material unter dem Einfluss zweier zueinander senkrechter Gleichfeldmagnetfelder und eines elektromagnetischen Feldes in eine bestimmte Richtung ausbreitet. Gyromagnetisches Ferrit findet breite Anwendung in der Mikrowellenkommunikation. Je nach Kristalltyp lässt es sich in Spinell-, Granat- und Magnetoplumbit-Ferrite (hexagonale Ferrite) unterteilen.
Magnetische Materialien finden breite Anwendung in der Elektroakustik, Telekommunikation, Stromzählern, Motoren sowie in Speicher- und Mikrowellenkomponenten. Sie werden zur Aufzeichnung von Sprach-, Musik- und Bildinformationen auf Magnetbändern, als magnetische Speichermedien für Computer und als Magnetkarten für Fahrkarten und Fahrgeldabrechnungen verwendet. Im Folgenden werden die auf Magnetbändern verwendeten magnetischen Materialien und ihre Funktionsweise erläutert.
Veröffentlichungsdatum: 11. April 2022
